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Forum » Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Beitrag 1 bis 10 von 12 Beiträgen
Administrator

Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von Administrator am 15.05.2015, 14:37 Uhr
#1

Um einen Vergleich der Wahlprognosen von Anbietern mit unterschiedlichen Formaten durchführen zu können, müssen zuerst die Rahmenbedingungen sinnvoll festgelegt werden.

Zunächst geht es um das Vergleichskriterium, wofür hier bisher in allen Analysen der mittlere, absolute Fehler (MAF) wegen seiner Anschaulichkeit herangezogen wurde. Aus theoretischen Gründen wird manchmal auch der mittlere, quadratische Fehler verwendet. Ein qualitativer Maßstab für einen Zweiervergleich ist z.B. die Auszählung, bei wieviel Parteien die eine Methode besser ist als die andere.

Sehr wichtig ist es ebenfalls, dass bei allen Konkurrenten dieselbe Klassenbildung (Parteien) vorliegt. Das ist in der Regel das gröbste Raster, also der Durchschnitt aller Teilmengen. Im Fall von Bremen bedeutet das: SPD, Grüne, CDU, Linke, FDP, AfD und Sonstige. Bei ungleicher Anzahl von Gruppen sind Vergleiche statistisch nicht sinnvoll. Denn bei Kleinstparteien (z.B. mit einem Anteil von 1 %) ist der Prognosefehler in der Regel deutlich kleiner, wodurch der MAF insgesamt stark verringert wird.

Unter Verwendung dieses Rahmens und trotz eines schwierigen Umfeldes durch das spezielle Wahlsystem in Bremen und die geringe Anzahl von Umfragen, sind die Ergebnisse insgesamt gut ausgefallen, wie man aus der Tabelle zum Prognosevergleich unter Charts und Daten ersehen kann. Im Vergleich zwischen Wahlbörsen und Umfragen steht die PESM-Wahlbörse mit einem fast sehr guten MAF von 0,92% klar an der Spitze vor Forschungsgruppe Wahlen mit 1,07%. Deutlich dahinter folgen Wahlfieber(Prognose als Durchschnittskurswert der letzten drei Handelstage) mit 1,35% sowie infratest dimap mit 1,44% und weit abgeschlagen INSA mit 1,93%. Ebenfalls gute Ergebnisse erzielten auch der Prognosys-Master-Vote mit 1,08% sowie die beiden Wahltipps von wahlrecht, und zwar für den Mittelwert (Version 1) mit 1,01% und für den Median (Version 2) mit 1,09%.

Beim qualitativen Paarvergleich ergibt sich ebenfalls ein deutlicher Vorsprung der PESM-Wahlbörse, wie man aus den folgenden Direktvergleichen sieht: PESM gegen FGW 5:2, PESM gegen Wahlfieber 6:1, PESM gegen INSA 6:1 und PESM gegen infratest dimap 7:0.

Für dieses besonders gute Ergebnis bedanken wir uns bei allen Mitspielern sehr herzlich. In diesem Zusammenhang ist auch der Austausch von Informationen und Meinungen im Diskussionsforum wichtig. Leider hat in letzter Zeit die Schärfe bei einigen Teilnehmern stark zugenommen. Dadurch haben sich Foristen, die bisher wertvolle Beiträge geliefert haben, frustriert zurückgezogen. Wir bitten daher alle Teilnehmer wieder um einen fairen Umgang miteinander, damit unser Prognosespiel weiterhin viel Spaß macht und Erfolg hat. Wir hoffen, dass Sie unserer Wahlbörse auch in Zukunft verbunden bleiben.

rabilein1

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von rabilein1 am 16.05.2015, 11:48 Uhr
#2
Bei Kleinstparteien (z.B. mit einem Anteil von 1 %) ist der Prognosefehler in der Regel deutlich kleiner, wodurch der MAF insgesamt stark verringert wird.

Was mir in diesem Zusammenhang auffällt, ist, dass eine Abweichung bei der SPD den Faktor 0,1 (z.B. von 40% auf 36%) eine wesentlich größere MAF-Abweichung bedeutet, als so eine 0,1-Faktor-Abweichung bei der AfD (von 6,0% auf 5,4%). Anders gesagt: Wer die "großen" Parteien wie SPD oder CDU gut einschätzt, ist besser dran, als derjenige, der die Ergebnisse der "kleinen" gut voraussagt.

Wäre es nicht sinnvoll, auch das irgendwie zu berücksichtigen, z.B., indem man relative (prozentuale) Abweichungen anstelle von absoluten Abweichungen misst?
pfosten

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von pfosten am 17.05.2015, 00:17 Uhr
#3
Bei Kleinstparteien (z.B. mit einem Anteil von 1 %) ist der Prognosefehler in der Regel deutlich kleiner, wodurch der MAF insgesamt stark verringert wird.
Was mir in diesem Zusammenhang auffällt, ist, dass eine Abweichung bei der SPD den Faktor 0,1 (z.B. von 40% auf 36%) eine wesentlich größere MAF-Abweichung bedeutet, als so eine 0,1-Faktor-Abweichung bei der AfD (von 6,0% auf 5,4%). Anders gesagt: Wer die "großen" Parteien wie SPD oder CDU gut einschätzt, ist besser dran, als derjenige, der die Ergebnisse der "kleinen" gut voraussagt.
Wäre es nicht sinnvoll, auch das irgendwie zu berücksichtigen, z.B., indem man relative (prozentuale) Abweichungen anstelle von absoluten Abweichungen misst?

rabilein1, du stellst mir immer wieder so nette kleine Rechenaufgaben. Daher kannst du ja mal folgende Zahlen zu deiner Idee interpretieren. Ich habe deine Kennzahl so aufgefasst, das man den Mittelwert der absoluten relativen Abweichung (MARF) berechnet mit Summe(i=1..n)(| x_i(e) - x_i |) / n. Wobei n die Anzahl der Klassen darstellt.

MARF1: 7 Klassen
MARF2: 7 Klassen * 8 Klassen ** 11 Klassen

Prognose : MAF : MARF1 : MARF2
PESM Wahlbörse : 0,92 : 6,75% : 6,75%
Wahltipp 1 * : 1,01 : 7,78% : 8,12%
Prognosys-Master-Vote : 1,07 : 8,41% : 8,41%
Forschungsgruppe Wahlen : 1,08 : 8,49% : 9,84%
Wahltipp 2 * : 1,09 : 8,82% : 9,48%
wahlfieber.de ** : 1,35 : 9,63% : 29,59%
Infratest dimap * : 1,44 : 11,35% : 12,34%
INSA * : 1,93 : 13,38% : 14,11%

pfosten

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von pfosten am 17.05.2015, 00:19 Uhr
#4
Korrektur:
Summe(i=1..n)(| x_i(e)/x_i - 1 |) / n
pfosten

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von pfosten am 17.05.2015, 01:15 Uhr
#5
Eine weitere Idee:
Es wird nur die Schnittmenge ohne Sonstige betrachtet und berechnet den MAF mit 6 Klassen (SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP, AfD).

PESM Wahlbörse : 0,80
Forschungsgruppe Wahlen : 0,92
Prognosys-Master-Vote : 0,97
Wahltipp 1 : 0,98
Wahltipp 2 : 1,03
Infratest dimap : 1,35
wahlfieber.de : 1,41
INSA : 1,92

Ich persönlich würde diese Methode als absolut fairen Vergleich betrachten. Ich finde "wir" haben das prima hinbekommen und vielleicht erbarmt sich ja auch jemand die Betreuung des wahlfieber-selbsthilfe-threads zu übernehmen, nachdem Rubicon72 momentan ausfällt. Das schreibe nur, weil hier die 3-Tages-Durschnitts-Prognose betrachtet wird. Der Wert für den Schlusskurs beträgt 1,11. Das ist natürlich auch sinnvoller, da der Handelsschluss um 16:59 Uhr war. Im Enddefekt sind die Schlusskurse eh fast gewürfelt, falls die Geld-Brief-Spanne eine Art Scheunentor darstellen. Das ist mir an dieser Wahlbärse in der letzten Handelsstunde jedenfalls nicht aufgefallen. Ich fand es richtig gut diesmal, vorallem weil der Markt recht liquide war, relativ zur Teilnehmerzahl.
rabilein1

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von rabilein1 am 17.05.2015, 14:29 Uhr
#6
rabilein1, du stellst mir immer wieder so nette kleine Rechenaufgaben.
Ich persönlich würde diese Methode als absolut fairen Vergleich betrachten.


Ich wollte das hier nicht so kompliziert machen. Meine Grundsatzüberlegung war lediglich folgende:

Betrachten wir nur mal SPD und SONSTIGE (die Prozentzahlen sind mal grob gerundet, um die Sache anschaulich zu machen):

Vorhergesagt: SPD 37% - SONSTIGE 6%
Richtig wäre: SPD 33% - SONSTIGE 8%

Bei SPD beträgt die absolute Abweichung 4% und die relative Abweichung 12%

Bei SONSTIGE beträgt die absolute Abweichung 2% und die relative Abweichung 33%.


Um einen großen Börsengewinn zu machen, ist es sicherlich vorteilhafter, die "Kleinen" richtig vorauszusagen, weil dort PROZENTUAL mehr drin ist.

Um dagegen bei der Prognose gut abzuschneiden, wäre eine große ABSOLUTE Abweichung bei einer einzigen Partei kaum noch auszugleichen. Wer hier die SPD richtig einschätzt, hat schon fast gewonnen.
Wahlabsicht

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von Wahlabsicht am 26.05.2015, 20:57 Uhr
#7
Habe kürzlich eine Simulation programmiert, die beweist, dass relative Prognosemaße bei der Interpretation von Wahlprognosen zu bevorzugen sind. Also bitte lieber den MAPE anstatt den MAE oder den RMSE berechnen. Kann man alles nachlesen im "Prognose-Almanach der deutschen Wahlforschung". Will jetzt hier keine große Werbung für das Buch machen, aber es wäre schön, wenn sich die Szene an den neuesten Erkenntnissen aus der Wissenschaft orientieren würde.
An den Ergebnissen wird sich wahrscheinlich wenig verändern. Absolute + relative Maße kommen sehr häufig zu einem ähnlichen Ergebnis. Ausgenommen in Fällen gravierender Schätzfehler bei kleinen Parteien.

Von daher Glückwunsch an euch zu der hervorragenden Prognose.
pfosten

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von pfosten am 26.05.2015, 23:34 Uhr
#8
Habe kürzlich eine Simulation programmiert, die beweist, dass relative Prognosemaße bei der Interpretation von Wahlprognosen zu bevorzugen sind.
Wurde bei der Simulation mit einheitlichen Klasseneinteilung gearbeitet bzw. die Anzahl der Prognosen je Anbieter normiert?
pfosten

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von pfosten am 26.05.2015, 23:45 Uhr
#9
Also bitte lieber den MAPE anstatt den MAE oder den RMSE berechnen.
Also auf Deutsch den MAPF (Mittlerer asoluter prozentualer Fehler), ich kam nicht mehr auf den richtigen Namen, daher hatte ich das Ding MARF genannt (Mittlerer asoluter relativer Fehler).
Wahlabsicht

RE: Abschlussbericht zur Wahlbörse für Bremen 2015

Von Wahlabsicht am 27.05.2015, 20:57 Uhr
#10
Ja, mit einheitlicher Klasseneinteilung. Die Anzahl der Prognosen ginge theoretisch gegen unendlich, da brauchst du dann nichts mehr normieren. Außerdem wurden die Vorhersagen mit einem Bootstrapping-Verfahren simuliert. D.h. es wurde mit ganzzahligen und nicht-gerundeten Werten gerechnet. Normierung wird ja nur durch das Runden notwendig, was ja nicht gemacht wurde.
Die Ergebnisse waren übrigens so eindeutig, da käme es auf solche Kleinigkeiten auch überhaupt nicht mehr an.

Ja, exakt der MAPF. Schon traurig, aber außerhalb von DACH werden nur die englischsprachigen Abkürzungen verwendet. Deshalb hat sich das so bei mir eingebrannt.
Beitrag 1 bis 10 von 12 Beiträgen

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