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Forum » Wahlbörse Thüringen

Beitrag 1 bis 4 von 4 Beiträgen
ProfDrWalterMohr

Wahlbörse Thüringen

Von ProfDrWalterMohr am 16.09.2014, 10:27 Uhr
#1
Abschlussbericht zur Wahlbörse in Thüringen
Die Wahlbörse in Thüringen dauerte wie in Sachsen ebenfalls nur sieben Wochen. Bei CDU, Grünen, FDP und Sonstigen erreichte sie ausgezeichnete Prognosen mit Abweichungen von höchstens 0,4%. Dabei wurde bei den Grünen nicht nur fast eine Punktlandung erzielt, sondern die Wahlbörse hat diese Partei über die ganze Laufzeit richtigerweise oberhalb der 5%-Grenze gesehen. Die Prognosen der anderen Parteien waren teilweise mit sehr hohen Fehlern behaftet. Die AfD wurde 2% und die Linke 2,3% unterschätzt, während die SPD sogar 4% überschätzt wurde. Bis auf die relativ schlechte Prognose bei den Linken und die noch schwächere Voraussage für die SPD, war die Prognosegüte bei den anderen Parteien in Thüringen ähnlich wie bei der Sachsenwahl. Somit fällt das Gesamtergebnis in Thüringen voll befriedigend aus im Vergleich zum sensationell guten Resultat in Sachsen.
Ein Grund könnte darin liegen, dass im Gegensatz zu Sachsen kein Zeitungspartner dabei gewesen ist. Daher betrug die Teilnehmerzahl lediglich 50. In Konkurrenz zu den Umfragen ist das Ergebnis dennoch positiv. Als Vergleichskriterium wird wie üblich der mittlere, absolute Fehler (MAF) verwendet, bei dem die Abweichungen zwischen Prognosen und tatsächlichen Werten unabhängig vom Vorzeichen aufsummiert werden und durch die Anzahl der Parteien geteilt wird.
Ganz knapp mit einem MAF von 1,33% liegt infratest dimap (ARD) vor der PESM-Wahlbörse mit 1,36%. Klar abgeschlagen folgen die renommierte Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) mit 1.76% und mit schwachen 2,57% das Institut INSA für die Bildzeitung. Unsere Anfangsprognose, die als Mittelwert der Wahltipps beim Start zustande kommt, war mit 2,72% fast ebenbürtig. Diese Rangliste zeigt zusätzlich, dass die Prognosen bei der Sachsenwahl wesentlich besser waren. Dort hatte die PESM-Wahlbörse einen MAF von 0,81%, was eines der besten Ergebnisse für Wahlen in Ostdeutschland ist.
Bemerkenswert bei den beiden Wahlen in Sachsen und Thüringen ist außerdem, dass in der PESM-Wahlbörse die AfD in acht von neun Vergleichen mit den Umfragen höher und besser eingeschätzt wurde. Es könnte daran liegen, dass das starke Auftreten einer neuen Partei den Umfrageinstituten noch Probleme bereitet, weil sie nicht genug historisches Vergleichsmaterial zur Verfügung haben, um spezielle Muster zu erkennen. Eine andere Schwierigkeit könnte die geringer werdende Parteibindung sein, vor allem in den neuen Bundesländern. Hier ist das Konzept der Wahlbörse flexibler und reaktionsschneller. Damit ist das Standardargument gegen Wahlbörsen, dass sie nur den Umfragen hinterherlaufen, in diesen Fällen empirisch widerlegt. Natürlich nehmen Wahlbörsen Informationen von Umfragen auf, aber sie reagieren durchaus eigenständig. Sie sind insgesamt hinsichtlich der Prognosegüte mindestens ebenbürtig und deutlich transparenter.
Wir wollen zudem darauf hinweisen, dass nicht nur die Prognosen der PESM-Wahlbörsen, sondern neuerdings ebenfalls das Diskussionsforum von außen wahrgenommen wird. Deshalb möchten wir uns dieses Mal sowohl bei den Mitspielern für die gelungenen Voraussagen als auch bei den Diskussionsteilnehmern im Forum bedanken, die darauf achten, dass das Niveau und die Umgangsformen von beachtlicher Qualität sind.
Prof. Dr. Walter Mohr
gruener

RE: Wahlbörse Thüringen

Von gruener am 26.09.2014, 19:58 Uhr
#2
Ich finde den Vergleich, der im Post bzgl. des MAF angeführt wird, sehr problematisch.
Die unterschiedlichen Anbieter haben unterschiedlich viele Parteien prognostiziert. Ddas vorliegende Verfahren kann aber zu einer erheblichen Verzerrung der jeweiligen Prognosegüte führen.

en detail:
PESM prognostizierte 7 Parteien (CDU - SPD - LIMKE - GRÜNE - FDP - AFD - SONSTIGE)
Infratest Dimag und Wahlrecht.de 8 Parteien (+ NPD)
FGW nur 6 Parteien ( - FDP)
Wahlfieber gar 10 Parteien ( + NPD - FW - PIRATEN)


Zieht man nur die auf der PESM-Wahlbösre handelbaren Parteien heran, ergeben sich in der Tat folgende MAF:

PESM - 1,36
Infratest Dimag - 1,33
FGW - 1,76
Wahlrecht.de - 1,37
Wahlfieber - 1,28

Berücksichtigt man aber auch die Prognose für die NPD, ergeben sich folgende MAF:

PESM - 1,36
Infratest Dimag - 1,26
FGW - 1,76
Wahlrecht.de - 1,20
Wahlfieber - 1,14

Fügt man nun noch Piraten und Freie Wähler hinzu:

PESM - 1,36
Infratest Dimag - 1,26
FGW - 1,76
Wahlrecht.de - 1,20
Wahlfieber - 0,84

Zu guter Letzt der Umkehrschluss - FDP fällt unter Sonstige:
PESM - 1,49
Infratest Dimag - 1,48
FGW - 1,76
Wahlrecht.de - 1,46
Wahlfieber - 1,48

Man kann deutlich erkennen, dass der MAF erheblich verzehrt wird, wenn man zwecks eines vermeintlich direkten Vergleichs einzelne von einigen Anbietern aufgeführte Parteien unter Sonstige zusammenfasst. Im vorliegenden Fall rückt dies ob der Auswahl der angeführten Anbieter die Prognosegüte von PESM auf einen sehr guten 2. Platz. (MAF-Abstand zum Besten: 0,03), während eigentlich die PESM-Prognose gar nicht so berauschend gewesen ist: 4. Platz, MAF-Abstand zum Besten: 0,52

Nun steht es aber jedem Anbieter frei, welche Parteien er prognostiziert. Und mitunter ist es auch ein nicht unerhebliches Risiko, kleinere Parteien mit in die eigene Prognose aufzunehmen.

D. h. aus meiner Sicht: Die wahre Prognosegüte eines Anbieters erhält man nur, wenn man auf Grundlage aller prognostizierten Parteien den jeweiligen MAF ermittelt. Alles andere kann die Prognosegüte eines Anbieters signifikant verfälschen.
gruener

RE: Wahlbörse Thüringen

Von gruener am 26.09.2014, 20:23 Uhr
#3
Man kann deutlich erkennen, dass der MAF erheblich verzehrt wird...


Das womöglich auch. :-)
Dennoch gefällt mir an der Stelle die Variante mit dem doppelten R anstelle von "hr" eindeutig besser.
risharrobtm

RE: Wahlbörse Thüringen

Von risharrobtm am 01.12.2014, 01:59 Uhr
#4

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