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Forum » Relevanz?

Beitrag 1 bis 10 von 14 Beiträgen
Rubicon72

Relevanz?

Von Rubicon72 am 08.05.2014, 13:43 Uhr
#1
Es ist wirklich interessant, wie oft im öffentlichen Diskurs eigentliche Randthemen in einem relativ zu ihrer Bedeutung völlig überzogenen Umfang diskutiert werden. Schönes Beispiel in unserem Forum ist die Diskussion über eine Kleinpartei, die nach Umfragen etwa 6 und nach aktueller Kurslage hier um die acht Prozent der Wähler wählen werden. Eine Gruppierung, die im zu wählenden Gremium aller Voraussicht nach keine entscheidende Rolle spielen wird -- ganz anders als die großen Fraktionen der S&D und EVP, die über den Kommissonspräsidenten bestimmen werden.
In diesem Forum gibt es mittlerweile über achthundert Beiträge zu einer letztlich weitgehend irrelevanten Gruppe im neuen Parlament. Über die Parteien, um die es geht, die Union und die SPD wird seltsamerweise kaum diskutiert. Weil schon alles bekannt ist? Oder weil die Kleinen schriller sind?
isabell

RE: Relevanz?

Von isabell am 08.05.2014, 16:10 Uhr
#2
Da gebe ich dir völlig Recht,Rubicon72.Es ist offensichtlich spannender mit den kleinen Parteien zu handeln,weil das mehr Rendite bringen soll.Ich habe schon einmal darauf hingewiesen,dass bei den letzten Wahlen in 70% der Fälle diese in der Wahlbörse überschätzt werden.
Die beiden großen Parteien werden dafür wahrscheinlich unterschätzt.In den Medien gibt es mit Ausnahme der Krise in der Ukraine deutlich mehr Positiv-Berichte,auch wenn diese teilweise nicht richtig sind,wie z.B.die wundersame Genesung von Portugal,obgleich fast alle wirtschaftlichen Kerngrößen dagegen sprechen.
Ich vermute,dass die beiden großen Parteien zusammen mindestens 3% mehr erhalten als hier bislang geschätzt.Aber offensichtlich bin ich in der Minderheit.Daher bin ich auf die nächsten Umfragen sehr gespannt.
In der Diskussion über die AfD werde ich mich jetzt etwas zurückhalten,wenn ich kann.Es gibt wichtigere Themen.
gruener

RE: Relevanz?

Von gruener am 08.05.2014, 16:46 Uhr
#3
Es ist wirklich interessant, wie oft im öffentlichen Diskurs eigentliche Randthemen in einem relativ zu ihrer Bedeutung völlig überzogenen Umfang diskutiert werden. Schönes Beispiel in unserem Forum ist die Diskussion über eine Kleinpartei, die nach Umfragen etwa 6 und nach aktueller Kurslage hier um die acht Prozent der Wähler wählen werden. Eine Gruppierung, die im zu wählenden Gremium aller Voraussicht nach keine entscheidende Rolle spielen wird -- ganz anders als die großen Fraktionen der S&D und EVP, die über den Kommissonspräsidenten bestimmen werden.

so demokratisch wird die eu wohl nie werden.
aber gerne wird uns suggeriert, wir könnten mit unseer stimme (mit-)entscheiden, wer neuer eu-kommissionspräsident wird. nichts als ein ein gelungener pr-gag von spezialdemokraten und evp. man könnte allerdings auch schreiben: volksverarschung.
denn der kommissionspräsident wird nicht etwa vom parlament, schon gar nicht von den europäischen völkern gewählt, sondern von den regierungschefs - wie formuliere ich das jetzt nur möglichst neutral? - hinter verschlossenen türen ausgelost/ausgelobt.
gruener

RE: Relevanz?

Von gruener am 08.05.2014, 16:49 Uhr
#4
ps: leicht sarkastisch möchte ich noch anmerken.
immerhin ahnt man im falle des kommissionspräsidenten, wer den bestimmt. bei anderen wichtigen posten innerhalb der eu wird noch nicht einmal dieses öffentlich.
isabell

RE: Relevanz?

Von isabell am 08.05.2014, 17:46 Uhr
#5
In einigen Zeitungen wird schon darauf hin gewiesen,wie die Wahl des Kommissionspräsidenten abläuft.Ich befürchte jedoch,dass die Mehrheit der Wähler zu bequem ist,sich darüber genauer zu informieren.
Vielleicht wird ja heute Abend im Rahmen des Rededuells darauf näher ein gegangen?
Rubicon72

RE: Relevanz?

Von Rubicon72 am 08.05.2014, 18:15 Uhr
#6
so demokratisch wird die eu wohl nie werden.
aber gerne wird uns suggeriert, wir könnten mit unseer stimme (mit-)entscheiden, wer neuer eu-kommissionspräsident wird. nichts als ein ein gelungener pr-gag von spezialdemokraten und evp. man könnte allerdings auch schreiben: volksverarschung.
denn der kommissionspräsident wird nicht etwa vom parlament, schon gar nicht von den europäischen völkern gewählt, sondern von den regierungschefs - wie formuliere ich das jetzt nur möglichst neutral? - hinter verschlossenen türen ausgelost/ausgelobt.

Najaaaa, zumindest wird diesmal verkündet, dass es anders als in der Vergangenheit laufen soll. Und daran sollte man das Ergebnis dann auch messen, jeder, auch die EU bzw. das EP hat diese Chance verdient. Wird der Präsident dann doch wieder ausgekungelt, sollte sich das bei der nächsten Wahl deutlich niederschlagen.
gruener

RE: Relevanz?

Von gruener am 08.05.2014, 19:51 Uhr
#7
egal, ob nun einer der zwei kandidaten zum kommissionspräsidenten ernannt wird oder nicht: das prozedere ist und bleibt eine farce.
an dieser stelle passt mal wieder der alte Cato: Ceterum censeo EU esse delendam.
Rubicon72

RE: Relevanz?

Von Rubicon72 am 09.05.2014, 09:13 Uhr
#8
an dieser stelle passt mal wieder der alte Cato: Ceterum censeo EU esse delendam.
Ihre Meinung respektiere ich, auch wenn ich sie nicht teile, allerdings sollten Sie erklären, warum Sie das denken:
egal, ob nun einer der zwei kandidaten zum kommissionspräsidenten ernannt wird oder nicht: das prozedere ist und bleibt eine farce.

Das erschließt sich mir nicht. Es wird in direkter Wahl ein Parlament gewählt, das dann auf Vorschlag des Ratspräsidenten nach momentaner Erwartung den Spitzenkandidaten der stärksten Fraktion/Mehrheitskoalition wählt. Letztlich ein doch sehr ähnliches Verfahren wie in D, insofern erschließt sich mir nicht, warum Sie hier von einer Farce sprechen...
isabell

RE: Relevanz?

Von isabell am 09.05.2014, 09:23 Uhr
#9
Das Problem ist,dass die Länderchefs bei ihren Zusammenkünften die Leitlinien vorgeben und das Parlament relativ wenig Macht hat.Der Kommissionspräsident sollte dazwischen eine wichtige Position einnehmen.
Falls ein anderer Präsident als Schulz oder Juncker aus gekungelt werden sollte,würde die EU großen Schaden erleiden.Da waren sich gestern beim Rededuell die beiden Kontrahenten sehr einig.
gruener

RE: Relevanz?

Von gruener am 09.05.2014, 16:28 Uhr
#10
an dieser stelle passt mal wieder der alte Cato: Ceterum censeo EU esse delendam.
Ihre Meinung respektiere ich, auch wenn ich sie nicht teile, allerdings sollten Sie erklären, warum Sie das denken

das habe ich schon öfters erläutert.
ich fasse es daher noch einmal kurz zusammen:
grundsätzlich benötigen wir eine europäische gemeinschaft, um unsere kräfte im wettbewerb mit den usa, mit china, indien usw. zu bündeln. hinter dieser notwendigkeit steckt das banale prinzip: allein machen sie dich ein, gemeinsam bist du stark.
wir brauchen im weiteren eine gemeinschaft, die den verbräucher schützt, und nicht, wie es derzeit der fall ist, durch verbote gängelt.
wir benötigen einen europäischen überbau, der allgemeine grundregularien beschließt, aber nicht alles bis ins kleinste detail überreguliert.
wir benötigen dringend eine wirtschaftliche gemeinschaft, die sozial ausgerichtet, keine eu, die durch eine unnötig aufgezwungene ökonomische wie monetäre konvergenz millionen menschen ihre existenzen raubt.
wir benötigen eine gemeinschaft, die beispielsweise nach dem alten hanse-motto operiert: concordia domi foris pax. die eu ist aber genau das gegenteil davon: sie spaltet europa, weil sie u.a. massenhaft armut sät. (die deutschen haben mittlerweile einen beliebtsgradf in europa erreicht, der dem mitte der 40er jahre kaum noch in etwas nachsteht.
wir benötigen eine gemeinschaft, die in der lage ist, fehler zu erkennen und ggf. beschlüsse rückgängig zu machen. die eu ist dazu nicht in der lage.
wir benötigen eine gemeinschaft, die demokratisch und transparent aufgebaut ist. die eu ist eine closed box, die mehr und mehr im geheimen operiert.
wir benötigen eine gemeinschaft, die die menchen mitnimmt, anstatt sie vor vollendete tatsachen zu stellen.
wir benötigen eine gemeinschaft, die vor allem sozial ausgerichtet ist, keine union der banken und des kapitals.

diese liste könnte ich wohl beliebig fortsetzen.
ich habe für mich daraus die konsequenz gezogen: lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende.
als überzeugter europäer sage ich daher nein zu dieser europäischen union.
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